Prinzipien

Aus der Aufgabe des Naturinterpreten, die Sprache der Natur zu verstehen und sie in die Sprache der Menschen zu übersetzen, leiten sich einige grundsätzliche Handlungsmaximen ab. 1957 entwickelte Freeman Tilden dafür die folgenden, noch heute gültigen Prinzipien:

  1. Interpretation bleibt fruchtlos, wenn sie das, was präsentiert werden soll, nicht mit der Persönlichkeit oder den Erfahrungen des Besuchers in Beziehung bringt.

  2. Interpretation und Information sind nicht das Gleiche. Interpretation ist eine Form der Entdeckung, die allerdings immer auf Fakten beruht.

  3. Interpretation ist eine Kunst, die verschiedene Fertigkeiten voraussetzt – ganz gleich, ob es um naturwissenschaftliche, historische oder andere Themen geht.

  4. Interpretation möchte den Besucher zu eigenem Denken und Handeln anregen; es ist nicht Ziel, ihn zu belehren.

  5. Interpretation vermittelt Ganzheiten, nicht Teile. Interpretation nimmt den Besucher dementsprechend auch als ganzen Menschen wahr.

  6. Interpretation für Kinder macht eigene Programme erforderlich. Sie darf nicht nur aus einer Abwandlung der Programme für Erwachsene bestehen.

(Quelle: Thorsten Ludwig in NNA-Berichte, 21/1, 2008)