“Durch Interpretation Einsicht, durch Einsicht Wertschätzung, durch Wertschätzung Bewahrung” (Ludwig 2003 nach Tilden 1957)
Das Interesse an Naturinterpretation steigt seit einigen Jahren auch in Deutschland kontinuierlich an. Das zugrundeliegende Kommunikationskonzept geht offenbar auf und wird angenommen. Es kann kein Zufall sein, daß dieses Konzept – seit 1940 in den USA unter dem Begriff “Park Interpretation” als Bezeichnung für die Informations- und Bildungsarbeit im US National Park Service im Praxiseinsatz – nun auch in deutschen Großschutzgebieten zunehmend erfolgreich praktiziert wird. Der langjährige Erfolg in den USA weist einen Weg, den man auch hierzulande beschreiten kann. Warum das Konzept so erfolgreich ist, kann man nach den folgenden Worten von John Muir (1838 – 1914), dem bedeutendsten Initator des Naturschutzes in den USA erahnen, die er angesichts der ihn umgebenden wilden Natur im späteren Yosemite National Park schrieb:
“Ich interpretiere die Felsen, erlerne die Sprache der Flut, des Sturm und der Lawinen. Ich mache mich mit den Gletschern und den wilden Gärten vertraut und komme dem Herzen der Welt so nah, wie ich nur kann.” (Ludwig 2003 nach Muir 1871 in Browning 1988)
Aufgabe eines Naturinterpreten ist es demzufolge, die Sprache der Natur zu verstehen und sie in die Sprache der Menschen zu übersetzen.
(Quelle für Recherchen: Thorsten Ludwig in NNA-Berichte 21/1, 2008)